Das Anglerlied und das Anglergedicht

 

Willst Du einen Tag glücklich sein, betrinke Dich.
Willst Du ein Jahr lang glücklich sein, heirate.
Willst Du ein Leben lang glücklich sein, gehe fischen.

Chinesische Weisheit.

 

Das Rheder Anglerlied

 

Ein armer Angler bin ich zwar,
verdien` mein Geld stets in Gefahr,
doch wenn Feinsliebchen am Ufer ruht,
dann geht das Angeln noch einmal so gut.
 
Bald fahren wir die Ems hinauf,
und werfen unsere Angel aus,
dann kommen Fischlein, mal groß, mal klein,
ein jedes will von ihr gefangen sein.
 
Und ist der Fischfang dann vorbei,
wir ziehen unsere Angel ein,
Feinsliebchen geht in ihr Kämmerlein,
und lässt mich armen Angler ganz allein.
 
Ist bald vergangen dann das Jahr,
wir beide werden dann ein Paar,
Feinsliebchen führ ich zum Traualtar,
„Es lebe dreimal hoch!“ das Anglerpaar!
 
 

Petri Heil!

„Petri Heil“, so heißt der Gruß, den jeder Angler kennen muss.
Ein „Petri Dank“, so schallt`s zurück, verspricht dir höchstes Anglerglück.
 
Ob Regen oder Sonnenschein, der Angler muss am Wasser sein.
Der Proviant ist schnell gepackt, die Köder werden eingesackt.
 
So bricht er auf in „Herrgottsfrühe“ und fragt sich, ob sich lohnt die Mühe...
Doch schon sitzt er am Wasser still, ob wohl ein Fischlein beißen will?
 
Die Ruten sind schnell ausgelegt, hat sich die Pose schon bewegt?
Ein großer Karpfen, ein dicker Hecht, das käme ihm von Herzen recht.
Ein strammer Aal, gar meterlang! Ja, das wär ein wirklich toller Fang ...
 
Auch wenn der Himmel manchmal schmollt und Petrus mit dem Donner grollt,
das kann uns Angler nicht verdrießen, Natur und Ruhe zu genießen.
Und bleibt der Fang dann auch mal aus, so geh`n wir frohgemut nach Haus,
denn, so hofft der Petrijünger: Bald sind die Fische wieder dümmer!
 

(von Hermann Nühsmann, Neurhede, ergänzt durch Hermann-Josef Specker, Dersum )